Textilweben

Textilweben

Es gab im Mittelalter verschiedene Webstühle um Textilien herzustellen, einer davon ist

der Gewichtswebstuhl

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Mithilfe des Gewichtswebstuhl wurden bereits in der Bronze- und Eisenzeit Textilien hergestellt. Auch im Mittelalter war er noch gebräuchlich. Er besteht aus dem Tuchbaum, dem Trenn- und dem Litzenstab und den Webgewichten.

Am Tuchbaum wird der Anfang der Kette fixiert.

Die Gewichte haben die Funktion die Kette auf Spannung zu halten. Die Konstruktion wird dann meistens gegen eine Wand gelehnt, so dass der Rahmen etwas schräg steht. Der Trennstab dient dazu, die herabhängenden Kettfäden so zu ordnen, dass jeweils einer darüber und der nächste darunter liegt. Wenn man damit fertig ist, hat man das natürliche Fach vor sich. Zum Weben braucht man aber logischerweise zwei, und da kommt der Litzenstab ins Spiel. Alle Fäden die hinter dem Trennstab herabhängen, werden mit Litzen (Garnschlingen) an dem Litzenstab befestigt. Wenn man diesen nun nach vorne zieht und dann in die astgabelartige Konstruktion einhängt, öffnet sich ein zweites Fach. Die Fäden die zuvor hinten waren, sind jetzt vorne. Gewebt wird, indem man die Fächer abwechselnd öffnet und jeweils einen

Schussfaden einlegt, das Gewebe entsteht dann von oben nach unten. Das Resultat ist dann eine Leinwandbindung.

Wenn man kompliziertere Muster weben will, reicht dieser eine Litzenstab nicht mehr aus, denn dafür werden mehrere Fächer und somit auch mehrere Litzenstäbe gebraucht.

Eine weitere Möglichkeit um Textilien zu erzeugen bietet

 

der Rundwebstuhl

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Ein ganzer Rundwebstuhl wurde, wie so viele Dinge aus Holz, bisher noch nicht gefunden. Allerdings hat man Textilien entdeckt, aus deren Webkanten sich erkennen lässt, dass die nicht mit einem Gewichts- sondern mit einem Rundwebstuhl gewebt wurden.

Der große Vorteil dieser Konstruktion ist, dass man die aufgespannte Kette bis zum Rest „vollweben“ kann und keinen Verschnitt für Knoten usw. hat. Wenn man nach Unterschieden zum Gewichtswebstuhl sucht, springt die Anfangsschnur ins Auge. Sie dient zum Schären des Rahmens. Man wirft die Kettfäden nicht einfach um die Bäume herum (auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht), sondern geht immer bis zur Anfangsschnur, um sie herum, und dann in die gleiche Richtung wieder zurück.

Das sieht dann in etwa so aus:

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Unter dem oberen Baum wird, wie beim Gewichtswebstuhl ein Trennstab eingefädelt, für das künstliche Fach wird genauso ein Litzenstab benötigt. Während des Webvorgangs entsteht das Gewebe diesmal von unten nach oben und wandert langsam um den Webstuhl herum (genauso wie bei einigen Brettchenwebrahmen). Wenn der Webstuhl rundherum in fertiges Gewebe eingepackt ist,, kann man die Anfangsschnur durchtrennen.

Im Spätmittelalter taucht dann auch der Trittwebstuhl auf, der mit dem Fuß angetrieben wurde und die Produktion um einiges beschleunigte.