Zwirnen und Haspeln

Zum Spinnen gehören nach dem eigentlichen Spinnvorgangs noch das Zwirnen und Haspeln der Fäden.

Zwirnen

Zwirnen

Durch das Zwirnen wird das Garn stabiler und gleichmäßiger. Verzwirnt wird immer entgegengesetzt zur Spinnrichtung.

Man kann natürlich auch mehr als zwei Fäden miteinander verzwirnen. Gehaspelt wird dann erst nach dem Zwirnen.

Eine praktische Hilfe dazu zum Verzwirnen ist in Pfakofen (Kreis Regensburg) gefunden worden. Es wurde einer im sechsten Jahrhundert verstorbenen Dame mit ins Grab gegeben. Wie es genutzt werden kann, ist auf der Grafik zu sehen.Zwirnen3Zwirnen2spinntisch-e1436865426437

Links: Original im Regensburger Historischen Museum, rechts unser Nachbau

Haspeln

Nach dem Spinnen muss der Faden gehaspelt werden, dafür wickelt man ihn entweder auf eine Haspel oder ersatzweise um die Beine eines Stuhls oder Hockers. Anschließend sprüht man ihn mit Wasser ein und lässt ihn trocknen. Dieser Arbeitsschritt ist nötig, um das Garn zu glätten und zu verhindern, dass sich das Garn ineinander verdrillt.

Praktisch an einer Haspel ist auch, dass sich, wenn man ihren Umfang misst, aus der Anzahl der Umwicklungen die Länge des Fadens bestimmen lässt. Wenn man das Garn noch färben möchte, sollte man es nach dem Haspeln nicht zu einem Knäul wickeln, sondern wie auf dem Bild zu sehen aufbewahren.

Haspel1

Haspeln gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, diese hier ist nur eine Möglichkeit:

Haspel2 Haspel3