Wolle aufbereiten

Wolle aufbereiten

 Um Wolle auszubereiten, muss sie zuerst gereinigt und dann gekämmt werden. Anschließend ist sie zum Verspinnen bereit.

Waschen

dreckige_wolle-300x215Um Rohwolle in einen Zustand zu bekommen, in dem man sie verspinnen kann, gibt es unterschiedliche Methoden. Mir ist die folgende Art am liebsten:

Als erstes wird die Rohwolle per Hand von groben Verunreinigung gereinigt. Dieser Haufen besteht übrigens aus Heidschnuckenwolle.

Anschließend fülle ich ein ausreichend großes Gefäß mit heißem Wasser und gebe ein bisschen Shampoo dazu. Dann lege ich die Wolle hinein und drücke sie vorsichtig unter Wasser. Damit Wolle beim Waschen nicht filzt, darf sie keinen Temperaturschocks ausgesetzt, und beim Waschen möglichst wenig bewegt werden. Ich lasse die Wolle immer mehrere Stunden im Wasser liegen. Dann nehme ich sie aus dem Bad und drücke vorsichtig die Flüssigkeit heraus. Um möglichste viel des Dreckwassers zu entfernen, kann man die Wolle auch in einem Kopfkissenbezug (am besten mit Reißverschluss) stecken und sie in der Waschmaschine schleudern. Bei 400-600 Umdrehungen filzt die Wolle normalerweise nicht, es schadet aber nie, dass erst einmal mit einer kleinen Menge zu testen.

Das Waschen wiederhole ich noch einige Male mit lauwarmen Wasser, solang bis sich das Wasser nicht mehr verfärbt. Meistens reichen drei bis vier Waschgänge aus.

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Nun ist die Wolle relativ sauber, das Lanolin wird durch dieses Verfahren auch nicht komplett entfernt, was das anschließende Verspinnen leichter macht. Man sieht auch einen deutlichen Unterschied zum Anfang.

Nun muss die Wolle trocknen, dafür legt man sie am besten im Garten in die Sonne. Wen das nicht geht, schleudert man sie am besten erstmal in der Waschmaschine um das Trocknen zu beschleunigen und legt sie dann an einen warmen Ort. Bei Zimmertemperatur dauert das Ganze ewig.


Kämmen mit Handkarden

HK1Um Wolle zu kardieren, zupft man kleine Stücke aus dem Flies und legt sie auf eine Karde. Wenn die Karde „gefüllt“ ist, setzt man die zweite in entgegengesetzter Richtung darauf und kämmt die Fasern mit ihr. Dabei wechselt die Wolle von der unteren auf die obere Karde. Jetzt tauschen die beiden Karden Plätze und man widerholt den Vorgang, solang bis alle Fasern in eine Richtung zeigen und keine Knötchen mehr zu sehen sind.


Kämmen mit Wollkämmen

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Anstatt Wolle zu Kardieren, kann man sie auch mit Wollkämmen aufbereiten. Das Schöne dabei ist, dass ein Kammzug entsteht, der sich sehr angenehm verspinnen lässt. Dafür eignet sich aber nur Fasern mit mindestens 6 cm Länge, besser noch etwas mehr.

Zunächst werden die Zinken eines Kammes zu ca. einem Drittel mit Fasern gefüllt. Dabei werden Verunreinigungen und Knötchen am besten gleich entfernt.

Dann hält man den zweiten Kamm um 90 Grad versetzt und kämmt sanft durch die Fasern. Dabei wandern die Fasen langsam vom einen zum anderen Kamm. Zu kurze Fasern bleiben im ersten Kamm zurück und werden abgenommen und zur Seite gelegt. Diese Fasern können später noch kardiert werden.

Wenn die Fasern die/vier Mal von Kamm zu Kamm gewandert sind, bildet sich eine teppichartige Struktur auf der zum Griff zeigenden Seite des Kamms.

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Dann kann man damit beginnen, den Kammzug herzustellen. Dafür zieht man sanft an den Fasern. Man beginnt an einer Seite mit dem Ziehen, arbeitet sich dann auf die andere vor. Und dann wieder zurück. Wenn man alle Fasern ausgezogen hat, sieht das Ganze schon aus wie ein Kammzug. Um ihn gleichmäßiger zu machen legt man das Band noch ein- oder zweifach zusammen und zieht es erneut zum Kammzug aus.